20.09.03 - Schnatgang 2003 zwischen Erle und (Alt)Schermbeck

Zu einem gemeinsamen Schnatgang luden der Heimatverein Erle und der Heimat- und Geschichtsverein Schermbeck ein. Treffpunkt war die Reithalle des Reiterhofes Gröninger am Alten Postweg. Von dort begann die Wanderung entlang der etwa fünf Kilometer langen Grenze der ehemaligen Gemeinden Erle und Altschermbeck. Den über 30 Teilnehmern der Wanderung wurde der Grenzverlauf erläutert. Auf Besonderheiten und Probleme, wie die der Erler Heide, wurde natürlich auch hingewiesen. Die Wanderung endete am Tonwerk Menting mit der Gelegenheit zum Gedankenaustausch und zum Auffüllen der wanderungsbedingten Flüssigkeitsverluste.

Schnatgang 2003 Schnatgang 2003 Schnatgang 2003
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Was sind Schnatgänge? Das Wort "Schnat" stammt aus dem mittelhochdeutschen "snatte" und bezeichnet ein junges, abgeschnittenes Reis; darüber hinaus hat es aber auch die Bedeutung von Durchhau, Grenze im Forst.- Schnatgänge sind also Grenzbegehungen!

 

Der alte Rechtsbrauch der Schnatgänge hat sich in manchen Orten der näheren und weiteren westfälischen Heimat bis auf den heutigen Tag erhalten, in anderen Gemeinden ist er wiederbelebt oder neu eingeführt worden. Mit seinen Wurzeln reicht der Brauch bis ins Mittelalter zurück, in jene Zeiten, in denen es noch notwendig war, jedem Nachbarn genaue Grenzscheiden für seine bewirtschafteten Flächen anzugeben. Mit der zunehmenden Besiedlung des Raumes und der wachsenden Bevölkerung machte sich dann aber doch der Mangel in dieser Hinsicht bemerkbar. So ging man allmählich dazu über, das eigene Nutzungsgebiet zu umschließen und die Nutzungsrechte gegenseitig abzugrenzen. Die Grenzen wurden dann in der Natur abgegangen und festgelegt, denn fast nie waren brauchbare Kartenunterlagen vorhanden.

 

Vollständiger Text von H.-J. Schwingenheuer siehe: Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck 1958, S. 88ff.

Im Jahr 2004 soll der Schnatgang entlang der Grenze zwischen den früheren Gemeinden Erle und Overbeck fortgesetzt werden.

Bilder: Alfred Gebauer