29.11.03 - Ausstellung im Heimatmuseum Schermbeck

Die Ausstellung "Schermbecks vergessener Anschluß an die weite Welt" im Schermbecker Heimatmuseum, die etwa ein Jahr lang zu sehen sein wird, erinnert daran, daß Schermbeck über Jahrzehnte an einer wichtigen Eisenbahnstrecke lag. Anlaß der Ausstellung ist der Anschluß Schermbecks ans Gleisnetz vor 130 Jahren. Kernstück ist ein fünf Meter langes und einen Meter breites Modell des Schermbecker Bahnhofes, welches Helmut Nappenfeld und Egon Schellenbach im Maßstab 1:87 für die Zeit um 1920/1930 erstellt haben.

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Am 1. März 1874 feierte die Cöln-Mindener Eisenbahn die Eröffnung der Gesamtstrecke Haltern-Hervest-Schermbeck-Wesel. Personen- und Frachtverkehr florierten lange. Die Zerstörung der Weseler Rheinbrücke im März 1945 war entscheidend für den Niedergang der Strecke, denn die Brücke wurde von der Bahn nicht wieder aufgebaut. Nachdem 1948 und 1951 teilweise das zweite Gleis demontiert wurde, stellte die Deutsche Bahn 1953 den Postverkehr und 1962 den Personenverkehr völlig ein. In 1984 brannte der leerstehende Bahnhof ab, ein Jahr später folgte das endgültige Aus für die Strecke.

 

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Wie bedeutend die Strecke durch Schermbeck war, ist erstaunlich: Postzüge von Berlin gen England oder die Niederlande, Personenverkehr von Paris nach Hamburg. Auch die ortsansässigen Unternehmen setzten auf die Bahn: die Ton- und Falzziegelwerke oder die Sandgruben hatten eigene Gleisanschlüsse, ein großer Holzverladeplatz säumte die Gleise. Imposant der preussische Staatsbahnhof. Friedel Stricker hat dies mit einer Reihe historischer Fotos belegt.